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Zero Waste

Plastikfrei – Zero Waste Starter Kit

Den meisten Menschen, denen ich von meinem Versuch eines plastikfreien Lifestyles erzähle, reagieren oft zuerst mit Anerkennung, dann aber auch mit Resignation. Sie sagen: „Toll, dass du das machst, aber was kann man da schon machen, Plastik ist ja überall. Plastikfrei zu leben geht ja gar nicht, da muss man schon viele Kompromisse schließen.“ Hmmm, tja und da haben sie auch Recht, komplett auf Plastik zu verzichten ist heutzutage hierzulande eine Lebensaufgabe, die nur mit viel Planung, Zeit und auch Verzicht möglich ist. Dem einen fällt sowas leichter, dem anderen schwerer, je nachdem wo man wohnt, wie stressig der Alltag ist und in welcher Lebenssituation man eben gerade steckt.

Der Fehler, den viele am Anfang machen, ist zu denken, gar kein Plastik mehr kaufen zu dürfen, sonst ist es ja nicht richtig, oder? Achtung, Geständnis: Ich schaffe das auch nicht, die Menge an Müll, die ich produziere, kann ich definitiv nicht in ein Marmeladenglas stecken. Aber ich kann mit Stolz behaupten, meinen Müll bestimmt um mind. 50% reduziert zu haben. Hinbekommen hab ich das mit viel Rumprobieren (z.B. mit selbstgemachter Kosmetik), der Suche nach der richtigen Einkaufsmöglichkeit,  Kompromisse…

Es braucht also schon etwas Einsatz und Zeit, bis man die für sich richtige Strategie entwickelt hat. Aber was ich festgestellt habe, ist, dass man schon mit total einfachen Mitteln, einiges an Müll sparen kann.

 

Jutebeutel vs. Plastiktüte:

Jutebeutel sind ja die Klassiker, um Plastiktüten und damit Mühl zu sparen. Es gibt sie in allen Größen und Farben, mit coolen Prints, kurzen und langen Trägern. Ich besitze mittlerweile bestimmt 10 unterschiedliche Jutebeutel, die ich in meinen Taschen und Rucksäcken verteilt habe, so dass ich immer einen dabei habe. Die sind nicht nur praktisch beim Einkaufen, ich finde sie auch als Tasche für zwischendurch ganz cool, zum Reisen sind sie super, weil man sie so klein knüllen kann.

 

Safety Razor/Rasierhobel* vs. Plastikrasierer:

Anstatt Wegwerfrasierern oder Rasierer aus Plastik zu kaufen, kannst du auch Rasierhobel aus Metall benutzen. Die halten ewig, sehen bei weitem stylischer aus als Plastikrasierer und sind auf Dauer um einiges günstiger als sich immer wieder Plastikrasierer nachzukaufen. Die Klingen halten hier um einiges länger, rosten kaum und wenn sie stumpf werden kannst du sie einfach austauschen und entsorgen.

 

Waschnüsse* vs. Waschmittel:

Waschnüsse sind noch nicht allzu bekannt, obwohl man sie auch schon bei Dm kaufen kann. Die Waschnuss ist die Frucht des indischen Waschnuss-Baumes ( ja wirklich), ihre Schalen enthalten Saponin, dass sich in Kontakt mit Wasser zu einer schäumenden, waschaktive Lauge verbindet. Diese Lauge besitzt eine hervorragende Waschkraft und wirkt sogar antibakteriell. Die Nüsse riechen zunächst etwas nach Essig, die Wäsche duftet danach aber vollkommen neutral. Ich gebe immer noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu, dann duftet die Wäsche z. B. nach Lavendel. Der Sud der Waschnüsse ist vollkommen natürlich und 100% biologisch abbaubar und ist daher auch ideal für Allergiker oder Menschen mit empfindlicher Haut und Babys geeignet. Und sauber wird die Wäsche auch.

 

Menstruationstasse* vs. Tampons/Binden:

Rechnet man mal hoch, wie viele Tampons und/oder Binden man im Laufe seines Lebens verbraucht, ist man ganz schnell bei einer Zahl von über 10.000. Das ist viel Geld und viiel Müll. Darüberhinaus stehen vor allem Tampons in letzter Zeit auch gesundheitlich in der Kritik, wegen genmanipulierter und gebleichter Baumwolle, die eventuell auch noch mit Pestiziden behandelt wurde und dieses Stoffe dann über die Schleimhäute in unseren Körper gelangen.

Menstruationstassen sind erstmal gewöhnungsbedürftig. Wie eben alles am Anfang, der erste Tampon war auch sehr sehr komisch für mich. Aber probiert es einfach aus, neben den gesundheitlich Vorteilen sind diese Tassen einfach und günstig zu bekommen, und man kann auch erst einmal die Tasse nur zu Hause verwenden, bis man dafür ein bessere Gefühl bekommt.

 

Bambuszahnbürste* vs. Plastikzahnbürste:

Bambuszahnbürsten werden wie der Name schon sagt aus Bambus gefertigt, einen extrem schnell nachwachsendem Naturprodukt. Bei den Borsten hat man meist die Wahl zwischen Tierborsten und Borsten aus Nylon 4, eine 100% abbaubarem Bio-Kunststoff. Bambus bringt von Natur aus schon eine antibakteriellen Wirksamkeit mit, weshalb es auch hygienischer ist als Plastikzahnbürsten.

Wer also zuhause ein Plastikzahnbürste benutzt, kann damit jetzt sehr einfach umsteigen auf Bambuszahnbürsten, wenn du aber so wie ich ein Fan von elektrischen Zahnbürsten bist, muss (zumindest im Moment noch) ein Kompromiss her. Ich mache es so, dass ich zuhause weiterhin meine elektrische Zahnbürste benutze, für alles andere, Reisen, Arbeit etc. verwende ich Bambus.

 

feste Seife vs. Flüssigseife:

Anstatt Flüssigseife aus der Plastikflasche kannst du ganz einfach auf feste Seife umsteigen, die meist ohne großartige Verpackung auskommt und auch oft viel länger hält. Mittlerweile gibt es so viele tolle Anbieter (z.B. Lush) von festen Seifen, die vor allem auch im Duft ihrem flüssige Pendant in nichts nachstehen. Es gibt Seifen für die Hände, Haare, Gesicht und sogar zum Rasieren, die Auswahl ist riesig.

Ich bin ganz großer Fan von der sog. Aleppo Seife*, das ist eine Olivenölseife mit Lorbeeröl-Anteil, ein Block davon hält ewig und ich verwende es für meine Hände, Körper und Gesicht. Sie hat eine rückfettende Wirkung und manche Menschen benutzen sie sogar zum Haare waschen. Sie ist  vegan, 100% pflanzlich und biologisch abbaubar. Ich liebe es damit zu vereisen, ein Stück Seife ist super platzsparend und du kannst dich auch an einem See oder Fluss damit waschen ohne schlechtes Gewissen, das Wasser zu verunreinigen.

 

Geschirrputzbürste vs. Schwamm:

Geschirrputzbürsten aus Holz und Metall mit Wechselköpfen gibt es mittlerweile auch überall zu kaufen, sie sind langlebiger als diese klassischen gelben Geschirrspülschwämme und produzieren um einiges weniger Müll. Meist bestehen die Borsten noch aus Plastik, es gibt aber auch schon einige aus abbaubarem Bio-Plastik oder natürlichen Agavenborsten. Wer dennoch lieber einen Schwamm benutzen will, kann biologisch abbaubare Schwämme auch im Bioladen finden.

 

Glasflaschen vs. Plastikflaschen

Dazu muss eigentlich nicht viel gesagt werden, auch hier ist nicht nur der entstehende Müll ein großes Problem, auch die Stoffe die durch das Plastik in unser Wasser und anschliessend in unseren Körper gelangen (hier auch ein Blogartikel dazu), machen deutlich, warum Glasflaschen die bessere Alternative sind. Ausserdem haben wir in Deutschland den Luxus eine sehr gute Trinkwasserqualität zu haben, es spricht also nicht viel dagegen, zumindest stilles Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken. Wer das dennoch nicht mag (altes Haus, schlechte Rohre etc.) und trotzdem keine Glasflaschen schleppen will, hat auch die Möglichkeit sich über Lieferdienste wie Bringmeister etc. seine Kisten bis vor die Haustür liefern zu lassen.

 

Waschlappen oder Konjakschwamm vs. Makeup-Entfernungstücher/Wattepads:

Abgesehen von dem Müll, den diese Makeuptücher machen, sind die auch noch getränkt in Chemie, die ich nicht auf meiner Haut haben möchte. Stattdessen kannst auch einfach den guten alten Waschlappen plus das Reinigunsmittel deiner Wahl benutzen (funktioniert auch auf Reisen super). Auch ein Konjakschwamm eignet sich toll zum Gesicht waschen und hat sogar noch einen peelenden Effekt. Zum Augenmakeup entfernen kannst du anstatt Wattepads kleine Microfaser-Waschlappen benutzen, die sind auch ganz sanft zu den Augen und immer wieder zu verwenden.

 

Ich hoffe, ihr habt viel Spaß beim Umsetzen des ein oder anderen Tipps. Wie gesagt, man muss nicht alles perfekt machen, schon Kleinigkeiten können am Ende in der Summe einen Unterschied machen und die Aufmerksamkeit auf den Plastikwahn in unserer Gesellschaft erhöhen!

 

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