Nachhaltigkeit | Low Waste Lifestyle | DIY | Spiritualität
mariekondo
Minimalismus

Macht es mich glücklich? – die Kunst sich von Dingen zu trennen

Minimalismus ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden. Ich fühle mich freier und kann besser atmen, ich bin konzentrierter und nicht mehr so leicht abgelenkt. Vorteile eines minimalistischen Lifestyles gibt es genug. Chaos gibt es hier natürlich trotzdem immer noch, aber dieses Chaos ist anders. Wenn Dinge bei mir jetzt kreuz und quer liegen, dann sind das ausschließlich Dinge, die ich gerne mag und die ich auch benutze.
Heute fällt es mir leicht(er) mich von Gegenständen zu trennen. Das war nicht immer so, aus zwei Gründen: Zum Einen der Gedanke „Vielleicht brauch ich das ja nochmal!“, und zum Anderen die emotionale Bindung an etwas. Ein Geschenk wirft man ja nicht einfach weg, besonders dann nicht, wenn es von einem geliebten Menschen kommt.

 

Was mir dabei geholfen hat, war Marie Kondo’s Buch „Magic Cleaning“. Besonders gut finde ich, dass sie dabei sowohl strukturiert, aber auch auf emotionaler Ebene ans Aufräumen und Ausmisten rangeht und somit auch den psychologischen Aspekt berücksichtigt.

 

Was ich von Marie Kondo gelernt habe:

 

1. Visualisiere

Bevor du mit dem Ausmisten und Aufräumen anfängst, visualisiere zuerst. Stelle dir vor genau vor, wie du wohnen möchtest. Vielleicht hast du Bilder von Räumen, die dir gefallen. Im Internet wimmelt es ja nur so von inspirierenden Einrichtungsideen. Überlege nicht nur, wo was steht, sondern fühle auch welche Ausstrahlung der Raum auf dich haben soll. Soll der Raum ein gemütlicher Rückzugsort sein, oder soll er dich kreativ inspirieren und dir Energie geben?

Hab eine genaue Vision davon, wie genau du wohnen willst.

 

2. Nach Kategorien vorgehen, nicht nach Räumen

Das fiel mir Anfangs sehr schwer, aber ich hab schnell gemerkt, dass diese Art der Arbeitsstrukturierung die bessere ist. Ein Raum ist oftmals so viel mehr als man denkt, man verliert sich dann immer irgendwie etwas und am Ende sitzt man dann fluchend inmitten dem eigenen Chaos. Es ist wesentlich einfacher zu sagen, heute sind alle Bücher dran, oder alle Kosmetikartikel, oder alle Klamotten (wer viel Klamotten hat, sollte hier vielleicht lieber Unterkategorien bilden).

Am Besten fängt man bei den Kategorien mit Sachen an, die einem nicht so wichtig sind und arbeitet sich dann zu den Erinnerungsstücken hoch. Immer eine Kategorie fertigmachen, bevor du mit der nächsten beginnst!

 

3. Einmal ordentlich ausmisten ist besser als immer nur ein bisschen

Wichtig ist hier, sich für alles einen zeitlichen Rahmen zu setzen. Am besten machst du dir einen Plan, wann welche Kategorie drankommt. Das  Ziel ist es hier, den Aufräum- und Ausmistprozess NICHT auf Monate in die Länge zu ziehen, sondern in möglichst kurzer Zeit alles durchzuziehen.

 

4. Macht der Gegenstand mich glücklich?

Jetzt kommt der schwierige Teil, das Wegwerfen/Recyrclen/Verschenken von Sachen.

Du nimmst jetzt also jeden Gegenstand in die Hand und versuchst zu fühlen, welche spontanen Gefühle er in der weckt. Fühlst du dich glücklich, fühlst du vielleicht sogar ein bisschen Stolz es zu besitzen, behalte es. Fühlst du dich aber nur ein bisschen unwohl, erinnert der Gegenstand dich vielleicht an etwas nicht so schönes, fühlst du vielleicht eine gewissen Schwere und Zerrissenheit, ist es Zeit, sich davon zu trennen.

Bei mir wird das immer bei Klamotten sehr deutlich. Beim Ausmisten gab es Kleidungsstücke, die eigentlich so schön sind, aber aus irgendeinem Grund hatte ich sie nie angezogen. Da war z.B. ein wunderschönes Kleid, aber die Farbe hat mich immer unfassbar blass gemacht. Und jedes Mal, wenn ich es da hängen gesehen habe, hat es mich unglücklich gemacht und mich an meine blasse Haut erinnert. Also hab ich es jemanden geschenkt, dem es besser steht. WIN WIN sozusagen.

 

5. Trennungsängste überwinden: hat der Gegenstand seinen Zweck erfüllt?

Manche Gegenstände sind schwieriger zu beurteilen als andere. Ganz oben auf der Liste stehen hier Geschenke von geliebten Menschen und Andenken. Hier müssen wir uns klarmachen, dass Erinnerung und Wertschätzung nicht an einem Gegenstand hängen. Niemand kann dir die Erinnerung an etwas nehmen. Ein Karte zum Geburtstag hat ihren Zweck erfüllt, wenn sie dir an deinem Geburtstag Freude bereitet hat. Und niemand hat etwas davon, wenn ein Geschenk nur in der Schublade verstaubt. Hat etwas also seinen Zweck erfüllt, kannst du ohne schlechtes Gewissen wegtun.

Für wirklich wichtige Andenken, mach eine kleine Andenkenkiste. Nur eine!!! EINE!

 

6. Wertschätzung gegenüber ausgewählten Gegenständen

Jetzt wird‘ s nochmal tricky! Eigentlich mag ich wegwerfen ja gar nicht, sinnlos Müll zu produzieren ist nicht cool. Daher bin ich Fan von Zweckentfremdung von Gegenständen. Aber wenn etwas wirklich nicht mehr schön ist, sollte es weg. Ich wette jeder kennt den Gedanken beim Anblick eines alten, ausgeleiertem T-Shirts, man könne es ja noch zum Schlafen oder zum Sport benutzen. Auf keinen Fall! 

Ein wichtiger Aspekt bei Marie Kondos Prinzip ist die Wertschätzung von Gegenständen und, was ich persönlich noch viel wichtiger finder, den Respekt vor sich selbst. Denn auch beim Sport und beim Schlafen solltest du nur Sachen um dich und an dir haben, die du liebst und wertschätzt und in denen du dich großartig fühlst.

 

keine hässlichen Dinge mehr, mehr Respekt vor sich selbst, mehr Selbstachtung und Aufmerksamkeit

 

7. Nichts verstecken

Jaja, ich kenn sie alle, die Tricks. Aber „aus den Augen, aus dem Sinn“  funktioniert hier nicht. Das Ziel ist, dass du weißt, was du besitzt! Wertschätzung und so! Ausserdem vermeidest du damit Doppelkäufe.

 

Ich hoffe, die Tipps können dir helfen, dein Zuhause zu dem zu machen, was du dir wünschst. Viel Spaß beim Tabula Rasa!

 

x