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Low Waste Life

Ist Plastik das Mittel gegen Weltarmut?

Das Social Plastic Konzept

Ich bin eine großer groooooßer Fan von Menschen wie Boyan Slat, der mit seiner Erfindung den Ozean rettet und von allen Mitstreitern, die überall auf der Welt Strand- oder Wald-Cleanups organisieren oder daran teilnehmen.

Immer mehr Menschen werden sich des Plastikproblems bewusst, überall poppen Unverpackt-Läden auf und Plastik wird mehr und mehr im Alltag vermieden.

Wenn du diesen Artikel hier liest, bin ich mir sicher, daß auch du dein Bestes tust, doch manchmal fühl es sich ein bisschen wie eine Sisyphus Arbeit an. Können wir denn mehr Plastik aus dem Meer holen, als wieder reingeschmissen wird? Macht es Sinn Strände zu säubern, wenn sie in einer Woche wieder genauso aussehen? Wir strengen uns an, aber wir kommen nicht gegen die Masse an Plastik an.

Mehr als 350 Millionen Tonnen an neuem Plastik werden jährlich hergestellt, zu den bereits über 4 Trillionen Tonnen an bereits existierendem Plastik. Wie  kann man sich überhaupt gegen nicht enden wollenden Strom an Plastik stellen?

Wir brauchen kein neues Plastik mehr, wir habe bereits mehr als genug, um die Menschheit mit allem an Plastik zu versorgen.

Mehr Plastik muss recycelt werden!

In Industrieländern wird das auch schon versucht, hier gibt es funktionierende Müllentsorgungssysteme, der faule Mensch braucht den Plastikmüll nur in die richtige Tonne zu schmeissen (ob das jetzt immer so funktioniert sei dahin gestellt, aber der Ansatz ist da). Doch was ist mit ärmeren Ländern, in denen es das nicht gibt. In denen die Menschen den Müll vor ihrem Haus verbrennen oder ihn eben einfach in den nächsten Fluss werfen? Weil es eben keine Alternativen, die richtige Aufklärung oder den richtigen Anreiz gibt.

Dann bin ich vor kurzem über ein Projekt namens Social Plastic von Plastic Bank gestolpert.

Was wäre, wenn wir Plastik nicht als Müll betrachtet werden würde, sondern als etwas von Wert. Wie das in Deutschland z.B. mit dem Flaschenpfand funktioniert, nur hier eben mit jeder Art von Plastikmüll, gemessen am Gewicht.

Vor allem in ärmeren Ländern wie Indonesien, Philippinen, Haiti etc. wird Plastik als wertlos betrachtet und tonnenweise ins Meer entsorgt.

Wenn Plastik nun aber einen Wert hätte, dann würde es nicht einfach weggeschmissen werden.

Und genau hier setzt Plastic Banks mit ihrem Projekt Social Plastic an.

Wie funktioniert das und wie bekommt weggeworfener Plastic einen Wert?

Wie alles in unserer Marktwirtschaft funktioniert: über Angebot und Nachfrage. In dem wir, die Konsumenten, dieses Plastik bei Herstellern von unserem Konsumgütern nachfragen, enthält es einen Wert.

Bei Plastic Bank kannst du das tun, indem du z.B. auf “Gefällt mir” auf ihrer Facebook Seite klickst, hier haben schon über 1 Million Menschen ein Zeichen gesetzt.

Mit diesem Argument kann nun Plastic Banks zu Unternehmen gehen und ihr recyceltes  “Social Plastic” verkaufen. Erste große Unternehmen wie Henkel sind schon mit an Board.

Indem Plastik nun einen Wert bekommen, kann Plastik Bank Menschen, die das Plastik nun säckeweise einsammeln, abkaufen.

Dabei löst Social Banks gleichzeitig ein anderes Problem, nämlich Armut. Social Bank schafft eine neue Art des Einkommens für Menschen in armen Ländern, die hier nun Plastic gegen eine Wert eintauschen können.

Dieser Artikel soll auf keinen Fall Plastik verherrlichen, aber vielleicht ist dieses Umdenken „das Problem als Chance zu sehen“ ein neuer und guter und vielleicht besserer Ansatz.

Was meint ihr?

PS: Wenn du gerade angefangen hast, auf Plastik zu achten, dann schau dir doch hier den Artikel zu 5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag an.

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